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"Mannheimer Morgen" April 2001
< Viel Spaß an der Kunst >


Diesmal müssen Sie sich nicht ins "Kleine Schwarze" zwängen und können den neuen Einreiher seelenruhig daheim hängen lassen. Für den Besuch in Natalia Offermanns Mannheimer Galerie gilt eine neue "Kleiderordnung". Dafür hat Georg Raab gesorgt. Und Kopfmenschen sollten im Auge behalten, dass Martin Becker denselben mit seiner Auffassung von romantischer Malerei ganz schön verdrehen kann.
Beide Künstler haben an der Freien Kunstschule Rhein-Neckar studiert und sind seither befreundet. Beide haben ihren Spaß am ironischen Umgang mit der Kunst und drücken dies auf unterschiedliche Art und Weise aus. Georg Raab, in Köln lebend, hat sich selbst zum Modell seiner Fotoarbeit "Kleiderordnung" gewählt. Auf dieser wandfüllenden Arbeit macht er für jeden Tag der Woche und für die 24 Stunden des Tages einen Bekleidungsvorschlag. manchmal kommt proper raus, was er da trägt - aber an manchen Tagen und Stunden fehlt die Hose oder es wird zu ihr mal nur Unterhemd getragen. Raabs "Beleertafeln" zeigen Pflanzencollagen, in denen gängige Zimmerpflanzen mit einzelnen Wörtern unterschrieben sind - diese ergeben einen Satz, in dem der Name einer gezeigten Blume vorkommt: Beim Hibiskus wird über den Plural der Pflanze fabuliert - "Hibiskuits" oder gar "Hibisküsse"?
Mit seinen "Bildbeschreibungen" errang Georg Raab 1999 den Weldekunstpreis. Bekannte Pressefotos werden vom Künstler mit einer ins kleinste Detail gehenden Beschreibung des tatsächlich Sichtbaren versehen, fachlich und sachlich und gerade deshalb so voller witz (zum Beispiel in der Frage nach den Ohren von Prinz Charles). (...)

[Ulrike Soltendiek]